Von Mai bis Juli 2017 nahm ich per Internet an der Linsenkunst-Sommerakademie 2017 teil, da mich deren Aufgabenstellung sehr interessierte. Als persönliches Schwerpunktthema hatte ich mir die fotografische Behandlung der Regensburger Gotik ausgewählt.

Fotografieren lernen von der Becher-Klasse

Andreas Gursky und Thomas Ruff, Candida Höfer und Petra Wunderlich – das sind einige Schüler der einflussreichen Düsseldorfer Fotoschule, die 1976 von Bernd und Hilla Becher gegründet wurde.

Die Linsenkunst-Sommerakademie 2017 lädt ein, diese und weitere Fotografen kennen zu lernen und in 10 Meisterklassen von ihnen zu lernen. Die Sommerakademie war kostenlos und hier konnte man sich zur Sommerakademie anmelden
>>> http://landingpages.linsenkunst.de/sommerakademie-2017/

 

Regensburger Gotik: Mein Beitrag zur Linsenkunst-Sommerakademie 2017
Regensburger Gotik: Mein Beitrag zur Linsenkunst-Sommerakademie 2017

 

Regensburger Gotik und meine fotografische Umsetzung

Regensburg ist die Stadt, mit welcher mich seit meiner Schul- und Ausbildungszeit sehr viel verbindet. Die Stadt ist Weltkulturerbe und hat auf römischen Grundstrukturen in der Zeit der Gotik eine große Blüte. Sakral- und Profanbauten sind heute noch sichtbare Zeichen jener Zeit.

Die Fotos setzen sich mit der gotischen Architektur auseinander. Diese ist besonders gekennzeichnet durch

  • – Weitgehende Durchbrechung der Außenwandflächen,
  • – Mächtige Raumhöhe, Betonung der Vertikalen,
  • – Reichhaltigem plastischen Schmuck sowie
  • – Farbige Glasfenster und Fensterrosen (Fenstermalerei statt Freskomalerei)

Die strengen baulichen Strukturen sind nüchterne Zeichen von Rationalität, Zweckmäßigkeit, Unveränderlichkeit und Zeitlosigkeit. Ob der darauf basierenden baulichen Leistungen ist der Betrachter überrascht, gerät ins Staunen und ist fasziniert.

Offen ist, ob meine Werke dokumentarisch ausgelegt oder subjektiv orientiert sind;
Details zu meinem Arbeitsansatz per Doppel-Klick >>> Aufgabenstellung

 

Lektion 2: Meisterklasse Volker Döhne – Präzision

Fotografischer Ansatz meines Beitrages

Präzision ist (für mich vereinfacht gesagt) erreicht, wenn die tatsächliche Realisierung dem geplanten fotografischen Konzept voll entspricht.
Nach der von mir entwickelten IRIS-Bildgestaltungsmethode umfasst dieses Konzept als

  • a. Aussage:
    Ein markantes Merkmal gotischer Architekturen ist der reichhaltige plastische Schmuck wie er in der Bauhütte bzw. an der Fassade des Regensburger Doms bzw. alten Rathauses gefunden werden kann;
  • b. Emotionale Wirkung:
    Gemäß Becherschen Ansätzen eine nüchterne dokumentarische Wirkung der Typografien; als begeisterten Street-Fotografen trifft dies nicht unbedingt meine Vorlieben;
  • c. Gestaltungselemente:
    Gemäß Becherschen Ansätzen eine serielle Vorgehensweise; der fotografische Ausschnitt löst die baulichen Elemente aus ihrem ursprünglichen Zusammenhang; bildmittig und (falls möglich) von einem erhöhten Standpunkt aus fotografiert; gestochen scharfe Details.
  • d. Technische Ausarbeitung:
    Schwarz-Weiß-Fotos, da der verwitterte Stein der baulichen Schmuckwerke kaum eine besondere Farbigkeit aufweist; stürzende Linien werden gemäß Scheimpflug beseitigt; 4 (statt 5) Fotos werden wegen der Facebook-Gegebenheiten in ein Tableau gegeben.

Die realisierte Umsetzung zu Lektion 2: Reichhaltiger gotischer Fassadenschmuck

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Lektion 3: Meisterklasse Thomas Struth – Perspektive

Fotografischer Ansatz meines Beitrages

Die Perspektive, für die sich der Fotograf bei der Aufnahme des Bildes entscheidet, trägt maßgeblich zur Wirkung des Bilds bei. Typische Perspektiven kennt man mit der Zentral-, Augen-, Frosch- bzw. Vogelperspektive. Wikipedia: „ …Damit ist die Perspektive stets an den Ort des Betrachters gebunden und kann nur durch Veränderung der Orte der Objekte und des Betrachters im Raum verändert werden“.
Nach der von mir entwickelten IRIS-Bildgestaltungsmethode umfasst dieses Konzept als

  • a. Aussage:
    Ein weiteres markantes Merkmal gotischer Architekturen ist die Betonung der Vertikalen, visualisiert z.B. durch Rippengewölbe, Spitzbogen, Strebepfeiler, Bündelpfeiler
  • b. Emotionale Wirkung:
    Mit der Perspektive möchte ich Erstaunen durch Verwunderung, neue / verblüffende Blickwinkel, Faszination, Staunen auslösen
  • c. Gestaltungselemente:
    Variation der Perspektive (Zentral-, Augen-, Frosch- bzw. Vogelperspektive) durch Standpunktwechsel.
  • d. Technische Ausarbeitung:
    Weitwinkel-Optik zur Betonung der Vertikalen; stürzende Linien werden nicht ausgeglichen; Linien sind Gestaltungsmittel;  leicht getonte Schwarz-Weiß-Fotos, da der verwitterte Stein der Bauwerke kaum eine besondere Farbigkeit aufweist; Fotos werden wegen der Facebook-Gegebenheiten in einem Album dargestellt.

Die realisierte Umsetzung zu Lektion 3: Betonung der Vertikalen in gotischen Bauten

 

Lektion 4: Meisterklasse Tata Ronkholz – Sujets

Fotografischer Ansatz meines Beitrages

Wikipedia: „ Sujet bezeichnet den Inhalt oder … Thema einer [künstlerischen] Gestaltung, …. Der Begriff Sujet kann als Synonym für den Stoff einer Geschichte oder das Thema einer Bildserie verwendet werden.  …“.
Nach der von mir entwickelten IRIS-Bildgestaltungsmethode umfasst dieses Konzept als

  • a. Aussage:
    Als Kernthema für die Sommerakademie habe ich Regensburger Gotik gewählt. Im Rahmen dessen möchte ich keine Postkartengotik als Sujet wählen, sondern Motive, die ich in der Dombauhütte beim vorletzten Vorbeischauen gefunden habe; daneben werde ich auch „Lockerungsübungen“ zum Thema machen.
  • b. Emotionale Wirkung:
    Mit dem Sujet möchte ich Erstaunen durch Verwunderung, neue / verblüffende Blickwinkel und Staunen zu einem Motiv auslösen, an dem viele achtlos vorüber gehen.
  • c. Gestaltungselemente:
    Neben Serie, Präzision, Perspektive kommen klassische Bildgestaltungsmittel zur Anwendung.
  • d. Technische Ausarbeitung:
    Die fast monochromen Bilder wurden mit normaler Optik aufgenommen und in Lightroom entwickelt; Fotos werden wegen der Facebook-Gegebenheiten in ein Album gegeben.

Die realisierte Umsetzung zu Lektion 4: Rund um die Dombauhütte

 

Lektion 5: Meisterklasse Candida Höfer – die Aura eines Ortes einfangen

Fotografischer Ansatz meines Beitrages

Der Begriff „Aura“ ist nicht sehr klar und wurde daher sehr intensiv diskutiert. Daraus habe ich mir folgende Arbeitsdefinition destilliert:

„Aura“ ist Erscheinungsbild von Lebewesen (Mensch, Tier, Pflanze) und materiellen Dingen (Bauten, Räume …), welche aufgrund ihrer Ausstrahlung Menschen

  • a. Nutzen/Funktion (positiv) oder Schäden (negativ) erwarten lässt,
  • b. diese dabei aber aufgrund unterschiedlichen Wissens und Erfahrungen durchaus individuell verschieden wahrnehmen lässt, und
  • c. je nach Grad der Empfindungen/Gefühle (Emotionen) dazu bewegt, eigene Entscheidungen anzupassen oder gar unterzuordnen.

Anmerkungen:

Aura braucht in einem Bild Raum, um seine Strahlkraft zu entwickeln. Zuerst löst eine Aura bei Fotograf*in und danach bei Bildbetrachter*in Gefühle/Reaktionen aus. Diese müssen nicht identisch sein. Die Wirkung einer Aura ist auch zeitgeschmacks-abhängig. Mit dem Festhalten und Ausdrücken von Aura gestaltet Fotograf*In emotional wirkende Bildelemente im fotografischen Prozess:

  1. 1. Sehen / Wahrnehmen der spürbaren Nutzen / Schäden und auslösbare Gefühle ,
  2. 2. Visualisieren des Motivs mit Gestaltung der Aura-Elemente während der Aufnahme (insb. Licht, Farbe, Schärfe),
  3. 3. Verstärken der Aura durch förderliche Bearbeitungs- und Präsentationsschritte

Es gibt nach meiner Erfahrung „Kopf-Fotografen“ und „Seelen-Fotografen“. Letzteren fällt es leichter, mit Gefühl und Hingabe zu fotografieren, und eine „Aura“ gefühlsmäßig zu erkennen und festzuhalten. „Kopf-Fotografen“ tun sich schwerer, Aura fest zu halten.

Nach der von mir entwickelten IRIS-Bildgestaltungsmethode umfasst dieses Konzept als
a. Aussage:
Als Kernthema für die Sommerakademie habe ich Regensburger Gotik gewählt. Im Rahmen dessen möchte ich „Aura – Glaube in dunkler Kirche“ visualisieren.
Die Kirchenfenster des Regensburger Doms enthalten Glasmalereien, lassen also Licht nicht ungehindert durch. So brauchen beim Betreten die Augen erst ein paar Minuten zum Adaptieren. Dann werden allmählich Altäre und Glaubensinsignien  (also die Funktionen des Doms) sichtbar.

b. Emotionale Wirkung:
Mit dem Sujet möchte ich Emotionen wie Verehrung, Faszination, Entschleunigung und Zugehörigkeit für katholische Christen zu visualisieren versuchen.

c. Gestaltungselemente:
Die Aura des Doms entsteht also aus der Dunkelheit, welche gleichsam als Vignette für die Motive wirkt. Sie fokussiert den Blick und blendet alles Nebensächliche für den Gottesdienst aus.
Grundsätzlich meine ich, dass fotografisch eine Aura vor allem durch Farben, Lichtstimmung und Unschärfen gestaltet wird. In meiner Serie werden Unschärfen nicht verwendet.

d. Technische Ausarbeitung:
Die Bilder wurden bei Available Light mit einer Kamera (SONY A7R2) aufgenommen, welche eine hohe Dynamik aufweist, und in Lightroom entwickelt; Fotos werden wegen der Facebook-Gegebenheiten in ein Album gegeben.

Die realisierte Umsetzung zu Lektion 5: Glaube in dunkler Kirche

 

Lektion 6: Meisterklasse Axel Hütte – Inszenierung

Fotografischer Ansatz meines Beitrages

Wikipedia: „Inszenierte Fotografie ist der strategische Aufbau der Bildaussage einer fotografischen Aufnahme mit dem Schwerpunkt auf Motiv und Gestaltung – vor oder während der Aufnahme. Durch die Inszenierung sollen Elemente des Bildinhaltes in einem definierten Zusammenhang dargestellt werden und bestimmte emotionale Reaktionen beim Betrachter geweckt werden. … Das Gegenteil einer fotografischen Inszenierung ist der Schnappschuss.“

Die schwächste Form der Inszenierung liegt vor, wenn der Bildinhalt nicht geändert wird, sondern nur die Art und Weise, wie ein Motiv bei der Aufnahme betrachtet wird. Je stärker die Inszenierung, umso mehr werden Bildelemente aktiv geändert und gesteuert – zum Beispiel bei einer Studio-Session mit einem Model.

Es gibt viele Schmankerln, die man in Regensburg genießen kann – und zwar in gotischen Gebäuden. Ich nutze jede Gelegenheit zum Genuss. Der Star ist aber für mich eindeutig die Dampfnudel.

Nach der  IRIS-Bildgestaltungsmethode umfasst dieses Konzept als

  • a. Aussage: Als Kernthema für die Sommerakademie habe ich ja Regensburger Gotik gewählt. Nicht nur im Dom stößt man auf diesen Baustil, sondern auch beim Gaumenkitzeln in der Wurstkuch‘l, beim Biertrinken, Pralinen genießen etc etc. Ich gehe gerne in den gotischen Baumburger Turm, den dort gibt es für mich die besten Dampfnudeln – und nicht nur für mich.
  • b. Emotionale Wirkung: Fremde sind neugierig, Kennern sind begeistert – wenn in warmen Farben ganz schlicht der Star, 2 Dampfnudeln mit Vanillesoße in ihrer vollen Aura vor einem stehen.
  • c. Gestaltungselemente: Neben Sujet, Serie, Präzision, Perspektive hatte ich auch Aura im Hinterkopf. Als Street-Fotograf habe ich gewartet, bis die Teilinszenierungen mir gefielen bzw. ging wiederholt zur Location (passive Inszenierung). Das Licht ist Available Light, bei dem der warme Charakter des Kunstlichtes eine einladende Farbe schafft (etwas aktivere Inszenierung bei der Dampfnudel-Aufnahme).
  • d. Technische Ausarbeitung: Normale Optik eines Street-Fotografen wurde eingesetzt. Die Bildbearbeitung erfolgte mit Lightroom und die Dampfnudeln ließ ich mit NIK Glamour Glow besonders strahlen.

Eine realisierte Umsetzung zu Lektion 6: Dampfnudel – ein Star in gotischem Gewölbe

 

 

Lektion 7: Meisterklasse Andreas Gursky – Abstraktion

Fotografischer Ansatz meines Beitrages

Linsenkunst: „… Beide Bilder sind gute Beispiele für ein Prinzip, das Gursky in vielen seiner Bilder anwendet: wie sehr kann man ein Bild verdichten oder wie sehr kann man ein Bild leeren und so den Grad der Abstraktion erhöhen, dass es die Wahrnehmung des Betrachters noch als glaubhaft akzeptiert. In dieser Übung spielen wir mit dem Gedanken der glaubhaften Wahrscheinlichkeit: Ein Bild ist unabhängig vom Grad der Abstraktion solange glaubhaft, solange uns das Gezeigte wahrscheinlich erscheint.“

Die Gotik ist an markanten Sehenswürdigkeiten wie Dom oder Altem Rathaus, aber auch in kleinen Details zu sehen. Mit der Abstraktion möchte ich gotische Grundmerkmale herausarbeiten. Ausgerüstet mit einem Spickzettel machte ich mich auf den Weg.

Nach der IRIS-Bildgestaltungsmethode umfasst dieses Konzept als

a. Aussage: Mein Kernthema (Sujet) für die Sommerakademie ist Regensburger Gotik. Was wäre heute Regensburg optisch ohne Gotik. Markante Attraktionen würden fehlen – besonders den Touristen. Sie sehen so viel, können wohl nicht alles behalten – wahrscheinlich nur Motivausschnitte, kaum Details. Ich habe versucht mir vorzustellen, was im Gedächtnis haften bleibt.

b. Emotionale Wirkung: Abstraktion wirkt auf den ungeübten Betrachter nicht immer anziehend, wenn die Abbildung keine „glaubhafte Wahrscheinlichkeit“ aufweist. Die herausfordernde Kunst ist es, dem Bild eine Aura zu geben. Ansonsten bleibt das Bild etwas Grafisches und Dekoratives.

c. Gestaltungselemente: Neben Sujet, Serie, Präzision, Perspektive hatte ich auch Aura im Hinterkopf. Die Vorgabe der Abstraktion im hier definiertem Sinne mit Weglassen bzw. Verdichtung stand öfters im Widerstreit mit Inszenierung (weil eine für den Betrachter offensichtliche Aussage auch verschwindet)

d. Technische Ausarbeitung: Normale Optik eines Street-Fotografen wurde eingesetzt. Die Bildbearbeitung erfolgte mit Lightroom und Photoshop. Auf großformatige Ausdrucke wurde kein Wert gelegt, da wir ja nur in Facebook präsentieren.

Eine realisierte Umsetzung zu Lektion 7: Gotik – Zierde für Touristen

Bei den ersten Bildbeispielen erfolgt das Leeren des Motivs durch Bildausschnitte, dann wurde Farbe weggelassen, dann über Photoshop-Filtertechniken – auch wenn ich dabei nicht immer nah an Gursky war. Ich habe mich mehr von einem Artikel in Computerwissen.de leiten lassen; siehe https://www.computerwissen.de/multimedia/digital-fotografieren/artikel/abstrakte-fotografie.html

Abschließend zeigen 2 Beispiele, in denen ich das Verdichten ausprobiert habe.

 

 

Lektion 8: Meisterklasse Thomas Ruff – Konzepte

Fotografischer Ansatz meines Beitrages

Für meine Fotos kann ich nicht einfach loslaufen, da Regensburg zirka 150 km von meinem aktuellen Wohnort entfernt ist. So habe ich mir schon bei der ersten Lektion ein Rahmenkonzept gemacht mit anvisierten inhaltlichen Aussagen, emotionaler Wirkung, Bildgestaltungswegen und technischem Handwerkszeug; siehe oben. Die Wirkung ist ein sehr sachlicher und trotzdem persönlicher Stil.

Die Fotos setzen sich mit der gotischen Architektur in Regensburg auseinander. Gotik ist besonders gekennzeichnet durch

  • Weitgehende Durchbrechung der Außenwandflächen  vor allem durch Fenster,
  • Mächtige Raumhöhe, Betonung der Vertikalen (war Teilkonzept zu Lektion 3),
  • Reichhaltigem plastischen Schmuck (war Teilkonzept zu Lektion 2), sowie
  • Farbige Glasfenster und Fensterrosen (Fenstermalerei statt Freskomalerei) (war Teilkonzept zu Lektion 5),

Nach der IRIS-Bildgestaltungsmethode umfasst dieses Konzept als

a. Aussage: Als Kernthema für die Sommerakademie habe ich ja Regensburger Gotik gewählt. Außenwandflächen liefern nun für diese Lektion die Motive. Durchbrechung der Außenwandflächen  bedeutet Fenster, eine Reduzierung der Wandstärken und Gewölbemasse sowie rechteckiges Grundmaß; fotografisch darstellbar sind vor allem Fenster;  neben der Gotik des Mittelalters finden sich auch Gebäude im Stil der Neo-Gotik des  späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts.

b. Emotionale Wirkung: Strenge bauliche Strukturen sind nüchterne Zeichen von Rationalität, Zweckmäßigkeit, Unveränderlichkeit und Zeitlosigkeit. Ob der darauf basierenden baulichen Leistungen ist der Betrachter überrascht, gerät ins Staunen und ist fasziniert..

c. Gestaltungselemente: Sujet, Serie, Präzision, Perspektive und andere Bildgestaltungsaspekte hatte ich im Hinterkopf. Bis die Aufnahmen mir gefielen, ging ich wiederholt zur jeweiligen Location.

d. Technische Ausarbeitung: Schwarz-Weiß-Fotos, um die gotischen Schmuckelemente besser zur Wirkung kommen zu lassen; NIK Silver Efex als Tool, Fotos werden wegen der Facebook-Gegebenheiten in ein Album gegeben.

Eine realisierte Umsetzung zu Lektion 8: Das „Windows“ unserer Vorfahren

Das erste Bild zeigt romanischen Baustil, damit die Besonderheiten der Gotik deutlicher werden.

 

Lektion 9: Meisterklasse Jörg Sasse – Erzeugung einer eigenen Wirklichkeit

Fotografischer Ansatz meines Beitrages

Der Regensburger Dom ist im Stadtzentrum scheinbar nicht zu übersehen. Trotzdem so sehr man sich auch bemüht, in den engen Gassen ist er normalerweise selten zu sehen – in meinen Bildern schon.  Jörg Sasses Anregungen zu Collagen machten mir die Sache ein bißchen einfacher. Ende Juni war Bürgerfest im Regensburg. Der Regensburger Dom hatte sich lange das bunte Treiben angesehen.

Nach der IRIS-Bildgestaltungsmethode umfasst dieses Konzept als

a. Aussage: Den ganzen Tag ließen sich die Leute es gut gehen. Der Dom sah still zu und spiegelte sich in unterschiedlichsten Schaufenstern der kleinen Geschäfte. Nichts brachte in aus der Ruhe. Aber abends war es dann soweit: Er schunkelte nun auch mit – oder war’s der Fotograf?

b. Emotionale Wirkung: Farben und Lichtstimmungen erzeugen eine besondere emotionale Wirkung. Den Fremden erscheint sein Erscheinen durchaus glaubwürdig, die Einheimischen verwirren die Bilder durchaus.

c. Gestaltungselemente: Neben Sujet „Regensburger Gotik“ war hier die Perspektive wichtig, wenngleich nicht immer ganz korrekt dargestellt. Nicht erst Jörg Sasses Lust am Collagieren brachte mich auf die Idee, 2 Bilder zu einer  neuen „Wirklichkeit“ verschmelzen .

d. Technische Ausarbeitung: Normale und Weitwinkel-Optik eines Street-Fotografen wurde eingesetzt. Die Bildbearbeitung erfolgte mit Lightroom-Ebenentechnik, Photoshop und NIK Viveza. Mittels Bildbearbeitung wurden die Konturen des schunkelnden Doms betont, um die Schunkelbewegung des gotischen Bauwerkes zu visualisieren.

Eine realisierte Umsetzung zu Lektion 9

 

 

Lektion 10: Meisterklasse Petra Wunderlich – Stringenz

Fotografischer Ansatz meines Beitrages

Die Teilnahme an der Sommerakademie diente der Betrachtung meiner fotografischen Ansätze aus dem Blickwinkel der „Becher-Klasse“. Die Lektionen setzten immer wieder Impulse. Dafür möchte ich mich bei Brigitta Fiesel und Bernd Donabauer von Linsenkunst herzlichst bedanken.

Engagiert fotografiere ich seit 1981. Dabei sind Unmengen von Fotos entstanden; allein seit 2007 haben sich in Lightroom 165 000 Bilder angesammelt.

So versteht es sich von selbst, dass man sich immer wieder die Frage stellt, warum und wie fotografiere ich so intensiv. Seit Anfang 2017 habe ich in einem eigenen Web-Auftritt  meine Faszination an der Fotografie beschrieben. Zuvor präsentierte ich meine fotografischen Aktivitäten ausschließlich auf den Web-Seiten des Camera-Club Markt Schwabens.

Dokumentarische Fotografie ist mir nur ein Anliegen, wenn ich im Auftrag etwas dokumentieren soll oder will. Ansonsten möchte ich die Freiheit haben, Bilder subjektiv nach meinen Ideen zu gestalten. Sie sollen etwas aussagen und emotional anrühren. Unterschiedlichste Gestaltungsmittel und Fototechnik unterstützen dabei bestmöglich. All das möchte ich mit einer den anvisierten Zielgruppen adequaten Bildsprache ausdrücken, ohne meine Authenzität zu verlieren.

Für mich wichtige Fotografen sind vor allem Anselm Adams, Sebastiao Salgado und Henri Cartier-Bresson. Anders als bei den Bechers gelten daher für meine fotografischen Arbeit momentan folgende Schwerpunkte:

MENSCHEN IM FOKUS
Im Privaten und in der Öffentlichkeit

STREET FOTOGRAFY
Leben auf Straßen und Plätzen

BILDGESCHICHTEN
Erzählen mit Bildern zu einem Thema

URBANES LEBEN
Städte und ihre Strukturen, insbesondere Architekur

LANDSCHAFTEN
Lebensraum für Menschen, Tiere und Pflanzen

REISEN FÜR FOTOS
Neue Eindrücke durch Foto-Touren und Reisen

 

Eine realisierte Umsetzung zu Lektion 10: „An der schönen Donau“

So ganz ohne Bilder wollte ich die Lektion 10 nicht abschließen. So fuhr ich an einem Samstag wieder nach Regensburg. Neben Street Fotografy machte ich Schwenkbilder (mit Intentional Camera Movements). Ganz sicher sind diese nicht meine letzten Fotos mit Regensburger Motiven.

 

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