Surreales – Über das, was wir sehen, hinaus

Zum Begriff

Als Surrealismus bezeichnet man eine Strömung in Literatur, Malerei, Film und Fotografie, die um 1920 in Paris entstand. Der Begriff Surrealismus kommt aus dem Französischen und setzt sich aus den Wörtern sur (sprich: sür = über) und réalisme (= Wirklichkeit, Realismus) zusammen. Er bedeutet also wörtlich: über der Wirklichkeit; siehe auch https://www.wasistwas.de/archiv-sport-kultur-details/surrealismus.html

Inhalt surrealer Kunstwerke

Ziele der Surrealisten waren:

  • Sie wollten eine übergeordnete Wirklichkeit schaffen, die über das, was wir sehen, hinausgeht und auch Unbewusstes und Traumhaftes einschließt. Inspiration lieferte der psychoanalytischen Begriff des Unbewussten (Sigismund Freud lässt grüßen).
  • Sie wollten in ihren Kunstwerken nicht nur das darstellen, was wir sehen und kennen, sondern auch Träume, Visionen, Unwirkliches und Fantastisches.
  • Im Bild sind daher Traumfetzen, Reales und Irreales zu finden. Absolut reale Dinge werden in völlig abstrusen Zusammenhängen dargestellt – gerade so wie es im Traum pasieren kann.
  • Beim Schaffen surrealer Kunstwerke ließen sie sich von spontanen Gefühlen und Stimmungen leiten.

Meine ersten Versuche:

 

Nach den Barbareien des 1. Weltkrieges war der Surrealismus eine antibürgerliche Lebenshaltung im Gegensatz zu den Konzepten von Materialismus, Positivismus und Rationalismus: Intellektualität und Moral gegen Logik.

  • Man kann den Surrealismus in zwei Unterarten unterteilen (Wikipedia):
    veristischer oder auch kritisch-paranoischer Surrealismus (Vereinigung nicht zusammengehöriger Dinge, verdrehte Perspektiven, wie man sie z. B. von Salvador Dalí kennt), genannt Enttextualisierung,
  • abstrakter oder absoluter Surrealismus (dasselbe Prinzip wie oben genannt nur ohne jeglichen Realismus, wie z. B. in Bildern von Joan Miró).

Für Fotografen war Man Ray, ein US-amerikanischer Künstler, ein wichtiger Impulsgeber.

Surreale Fotografie – Weg zu mehr Phantasie

Wie kann ein Fotograf Surreales in seinen Fotoarbeiten abbilden ? Will er Vergleichbares zu Gemälden surrealer Maler schaffen, so bedient er sich sehr schnell der Bilderverfremdung und -montage, denn die Möglichkeiten, bereits bei der Aufnahme Surreales fest zu halten, sind äußerst begrenzt.

Surreale Fotos sind daher ein Produkt subjektiven Fotografierens und Bilderausarbeitens, geprägt von unbewussten Gedanken und der Phantasie. Surreale Ideen führen zur intensiven Beschäftigung mit den Inhalten der Fotoarbeiten, zur Reflexion und Dokumentation eigener Gedanken und Einfälle.

Ob surreale Fotos für Betrachtende verständlich sind, hängt stark davon ab, ob der Fotografin bzw. dem Fotograf es ein Anliegen war. Die Betrachter müssen bereit und in der Lage sein, die Bilder zu interpretieren.

Oft kann der Bildtitel den Schlüssel zur Interpretation surrealer Bilder liefern. Nach René Margritte ist der beste Titel für ein Gemälde (hier Foto) ein poetischer Titel. Mit anderen Worten, ein Titel, der vereinbar ist mit der mehr oder minder lebhaften Emotion, die wir beim Betrachten eines Gemäldes empfinden. … Der poetische Titel hat uns nichts zu lehren; statt dessen sollte er uns überraschen und entzücken.

One Response so far.

  1. Beatrice Trixl sagt:
    Klasse! ich sende Ihnen ein paar Versuche von mir! lieber Gruß. Beatrice Trixl

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