Subjektive Fotografie macht Freude

Vor kurzem bin ich beim “Googeln” auf eine Web-Seite gestoßen, die mir von der Seele gesprochen hat:
http://www.linsenkunst.de/vip3756890123/.

Dort hat Brigitta Fiesel  von Linsenkunst die sogenannte “Subjektive Fotografie” kurz beschrieben, welche sehr stark von Otto Steinert geprägt wurde. Die Grundideen möchte ich in die IRIS-Bildgestaltungsmethodik einarbeiten.

Fotografie muss dokumentarisch sein. Wirklich?

„Fotografie muss gar nichts, sie kann ganz viel und sie darf alles. Fernab des Irrglaubens, dass Fotografie im Gegensatz zu allen anderen bildenden Künsten sich selbst beschneiden muss, eröffnet sich ein Universum an kreativen Möglichkeiten der Bildfindung.“

Wenn also ein Bild nicht für Dokumentationszwecke dienen soll, dann stehen einem alle verfügbaren Gestaltungsmöglichkeiten bei der Aufnahme, Nachbearbeitung und Präsentation offen.

Persönliche Sichtweise ist gefragt !

„In der subjektiven Fotografie steht das Experimentelle im Vordergrund. Nicht die objektive Abbildung einer vermeintlichen Realität wird angestrebt, stattdessen geht es um die persönliche Sichtweise, den eigenen Blick, das Einfangen des momentanen und spontanen Eindrucks – sei er schön oder hässlich, gefällig oder verstörend, warm oder kalt oder einfach nur ganz anders.“

Folglich macht es keinem Sinn, einer Fotografin oder einem Fotografen naserümpfend den Einsatz von Photoshop, NIK und wie sie alle heißen, die Werkzeuge der Bildbearbeitung, anzukreiden. Viel wichtiger ist die Frage, wurde die beabsichtigte Bildidee gelungen umgesetzt.
Die IRIS-Bildgestaltungsmethodik liefert eine Systematik für die Beurteilung dieser Frage;
ein Einstieg findet sich unter >>> https://guenther-keil.com/die-iris-bildgestaltungsmethodik-im-ueberblick.

Arbeite an der Bildidee!

Folgt man den Überlegungen von Brigitta Fiesel, so steht folgendes zu Beginn einer Fotoarbeit:

  • Sieh Dir Dein Motiv an.
  • Subjektive Fotografie fängt schon mit dem Standpunkt an.
  • Wähle den passenden Bildausschnitt! Nimm Kontakt auf mit Deinem Motiv !
  • Überlege Dir, welche Aspekte Deines Bilds dazu beitragen, dass die gewollte Stimmung beim Betrachten ankommt.

Besondere Bilder entstehen immer dann, wenn der Fotograf mutig an ein Motiv herangeht und etwas Neues ausprobiert.  Nicht das starre Korsett der dokumentarischen Fotografie macht Freude, sondern eine subjektive Fotografie mit ihren Spielräumen und vielfältigen Möglichkeiten.

Ein Beispiel

Der untere Teil der folgenden Darstellung ist die ursprüngliche Aufnahme, der obere, was ich daraus gemacht habe. Das Gebäude eines Regensburger Kaufhauses weist eindeutig den Stil der 70er Jahre auf. Dem damaligen Zeitgeist ist diese nüchterne, wuchtige, eckige sowie geometrische Architektur in Sichtweite des gotischen Domes geschuldet.

Das aufzulösen, war eine Überlegung, die mich zur Bildidee führte, aus einem monolithischen Block viele kleine Teilchen zu machen – in der Hoffnung, dass das Motiv dann vielleicht leichter verdaut werden kann !??

Subjektive Fotografie: Regensburger Kaufhaus

 

One Response so far.

  1. Walter Schneider sagt:
    sehe ich auch so. Subjektive Fotografie ist natürliche Fotografie. Ich gestalte auch gerne. Gestehe auch jedem seine persönliche Sichtweise zu. Dabei kann es natürlich auch vorkommen, dass die persönliche Sichtweise nur dem Ersteller gefällt, anderen nicht.

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